Kirsten Raab

Krimis & Thriller

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Wattsterben

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Auf der kleinen Insel Kollerssand vor der norddeutschen Küste verschwinden aus einer psychosomatischen Klinik drei Patienten spurlos. Als ihre Leichen zerstückelt wieder auftauchen, werden Kommissar Piet Petersen und sein Kollege Hauke Hansen als Patienten auf die Insel geschleust, um verdeckt zu ermitteln. Insbesondere Petersen muss sich dort seinen ganz persönlichen Dämonen stellen, was die Ermittlungen erschwert. Nachdem eine weitere Patientin verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse, und Hansen gerät in tödliche Gefahr.

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Vita

Kirsten Raab

Kirsten Raab, Jahrgang 1970, wuchs in der Nähe von Bremerhaven an der Weser- und Nordseeküste auf dem Land auf. Bücher und Geschichten fesseln sie seit ihrer Kindheit, sodass sie schon früh begann, eigene kleine Erzählungen zu verfassen. Die gelernte Bürokauffrau lebt mit ihrem Mann in Eschborn, doch obwohl sie seit beinahe zwanzig Jahren in der Nähe von Frankfurt am Main lebt und arbeitet, hat sie die Liebe zu der Region, in der sie aufwuchs, mit dem bisweilen unwirtlichen Klima, dem rauen Charme der Menschen und dem ewigen Spiel von Wind und Gezeiten nie losgelassen.

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    Rindsmord

    Auf einer Bullen-Weide bei Söderbrock wird die zertrampelte Leiche des Bankdirektors Kurt (...)

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    Bernsteinblut

    Zwei brutale Morde und ein Mordversuch erschüttern den Landkreis Cuxhaven. Und jedes Mal (...)

Leseprobe

Prolog

Es war eine blöde Idee gewesen, noch einmal mit dem Hund rauszugehen. Er hätte ihn, wie sonst, einfach für sein Geschäft in den Garten lassen sollen. Aber Gabi hatte sich im Fernsehen eine Quizsendung angesehen und lauthals mitgeraten, und er hatte einfach seine Ruhe haben wollen. Also hatte er den Labradormischling an die Leine genommen und ihr gesagt, dass er noch einmal um den Block gehen würde.
   Draußen war es schon dunkel, und der Nebel, der vom Strand über den Deich kroch, umhüllte in wabernden Schwaden Haus um Haus, Straße um Straße und trübte den matten Schein der Straßenlaternen zu geisterhaftem Licht. Horst steckte die freie Hand in die Tasche und fröstelte, als die Feuchtigkeit begann, durch seine Kleidung zu kriechen. Er hatte zur Kneipe um die Ecke gewollt, um mit ein paar Bier das Ende von Gabis Sendung abzuwarten, aber Willi hatte andere Pläne.
   Willi … Er schüttelte in nostalgischer Erinnerung den Kopf. Den Namen hatte ihm Gabi gegeben. Als sie im Tierheim nach einem Hund gesucht hatten, war ihnen dieser schokoladenbraune Mischlingswelpe entgegengetapst. Gabi hatte gelacht und gemeint, der Hund würde genauso zerknautscht und irritiert aussehen wie sein Bruder Wilhelm. Nun, zwei Jahre später, sah er nicht mehr zerknautscht, verwirrt und tapsig aus, stattdessen war er genauso stur wie sein menschlicher Namensvetter. Und heute Abend wollte Willi an den Strand.
   Horst gab dem beständigen Zerren an der Leine nach und schlug den Weg zum Deich ein. Sie schlichen durch die menschenleeren Straßen wie Gespenster, der Hund immer mit der Nase am Boden, zielstrebig auf ein Ziel zusteuernd, das nur er kannte. Sie erreichten das Ende der Häuser und erklommen den Deich. Oben angekommen hielt Horst einen Moment inne und blickte hinaus aufs Meer. Oder vielmehr in die Richtung, in der normalerweise das Meer lag. Heute Abend sah er nur wabernde Nebelschwaden, die von schwachem Mondlicht erhellt wurden, und ein paar Meter des Weges vor seinen Füßen. Willi zerrte jetzt so heftig an der Leine, dass er sich die Luft abdrückte und anfing, zu keuchen. Horst hatte keine Lust, im Dunkeln auf den Hintern zu fallen, und ließ sich beim Abstieg auf der anderen Seite des Deiches Zeit.
   Schließlich hatten sie den Strand erreicht, und Horst ließ den Hund eine Weile im Sand herumschnüffeln. Dann wurde ihm das ständige, ungeduldige Zerren zu viel, und er löste die Leine. Sollte der Hund doch seinen Freiraum haben. Wenn er wie ein Verrückter durch die Gegend rasen wollte, bitte.
   Darauf hatte Willi nur gewartet. Wie der Wind stürmte er ins Wattenmeer, Nebel und Dunkelheit hatten ihn schon nach wenigen Metern verschluckt. Eine Weile hörte Horst noch das Tapsen seiner Pfoten im feuchten Schlick und das gelegentliche Spritzen einer Pfütze, begleitet von seinem begeisterten Japsen. Vermutlich wälzte er sich gerade im Matsch, was bedeutete, dass er den Hund später auch noch würde baden müssen. Er seufzte. Es war wirklich eine blöde Idee gewesen, noch einmal mit ihm rauszugehen. Schließlich herrschte Stille. Vermutlich war Willi so tief ins Watt gelaufen, dass er seine Schritte nicht mehr hören konnte. Horst wurde unruhig und pfiff nach ihm. Es blieb noch einen Moment still, dann begann der Hund beinahe hysterisch zu bellen.
   »Willi! Jetzt komm. Es ist spät.« Er pfiff noch einmal und klatschte in die Hände.
   Das Gebell hörte auf, stattdessen hörte er gelegentlich ein begeistertes Knurren, das sich langsam näherte und das der Hund immer äußerte, wenn er ein tolles Spielzeug gefunden hatte. Horst seufzte. Was Willi im Watt fand, war normalerweise algenverschmiert und modrig, und der blöde Köter würde erwarten, dass er dieses tolle, neue ‚Stöckchen‘ wieder und wieder warf, nachdem er sich ausgiebig darauf gewälzt hatte.
   Er hörte, wie das Tapsen der Pfoten im feuchten Sand näher kam, und endlich tauchte Willi schemenhaft im Nebel auf. Anscheinend hatte er einen großen Ast gefunden. So dick, dass er ihn kaum ins Maul bekam und beinahe ebenso lang wie der Hund selbst. Als Willi ihn sah, beschleunigte er seine Schritte und bellte aufgeregt, was durch den Ast in seinem Maul seltsam gedämpft klang. Horst stöhnte resigniert. Was stimmte nicht mit diesem Hund? Jeder andere brachte ein normales Stöckchen, wenn er spielen wollte, und keine halben Bäume. (...)

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