Marlies Bhullar

Frauenromane

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Dunkle Abwege

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„Ich wollte es nicht … Es war doch ein Unfall, ich habe ihn so geliebt!“, beteuert Marlene immer wieder, aber was geschehen ist, kann sie nicht wieder umkehren. Vergewaltigt, eingesperrt und von ihren Geliebten verlassen, seit sie sich erinnern kann, ermordet Marlene aus einer übergroßen Reaktion heraus ihren Freund und beseitigt die Leiche. Sie lernt immer wieder andere Männer kennen und wird jedes Mal erneut zutiefst enttäuscht. Nicht nur Marlene ist ein Opfer der Männer, auch sie rächt sich an ihnen für ihr unglückliches Leben. In der Haft fristet sie ihr Dasein. Emotionslos, bis sie eines Tages unerwarteten Besuch bekommt …

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Vita

Marlies Bhullar

Marlies Bhullar hat nach dem Besuch des Gymnasiums einige Semester bildende Künste in München studiert und arbeitete in verschiedenen Bereichen wie in einem Verlag, in einer Bücherei und besetzte eine lustige Filmrolle in einem Liebesfilm. Sie gründete mit ihrem afrikanischen Mann eine Reggaeband und tourte als Leadsängerin mit dieser Band durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In frühester Kindheit schrieb sie Kurzgeschichten und Gedichte, verfasste später Artikel für eine Gesundheitszeitschrift und fing an, Romane zu schreiben. Marlies lebt mit ihrem indischen Mann in Regensburg.

Weitere Bücher aus diesem Genre

Leseprobe

Opfer der Liebe
November 2009

Ich habe es nicht gewollt. Es war ein Unfall. Ich habe ihn doch geliebt – jetzt kann ich das Geschehene nicht mehr rückgängig machen. Er ist tot! Hätte er weitergelebt, dann hätte ich aufgehört, ihn zu lieben.
   Das machte mich traurig.
   Ich begriff, was das wahrhaft Entsetzliche an dieser Welt war. Eine Tat, die einmal erfolgt ist, kann niemals ungeschehen gemacht werden. Ein Universum voller Wünsche kann einen zertretenen Käfer nicht wieder heil machen; kann kein ausgesprochenes Wort zurücknehmen, oder auch nur die geringste Handlung aus einem Buch der Vergangenheit löschen. Die Vergangenheit ist starr und unwandelbar, ein Tyrann, gegen den wir alle machtlos sind. Wie können wir irgendetwas tun, wie können wir leben mit diesem Wissen?
   Es war ein Unfall, denn als es passierte, kam es wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
   Jetzt saß ich in einem Frauengefängnis und dachte darüber nach, wie so was passieren konnte. Ich hatte genügend Zeit, mich in meine Gedanken zu vertiefen. Weil es in diesem Gefängnis nur Bücher gab, die mich in keiner Weise interessierten, vertiefte ich mich in mein zerstörtes Ich.
   Ein matter Lichtstrahl der Novembersonne fiel in meine Zelle, und ich erinnerte mich an die schönen Tage meiner Kindheit, die für immer verloren waren. Meine Mutter und mein Vater waren schon lange gestorben und mussten sich Gott sei Dank nicht mehr um mich sorgen. Sie würden sich im Grabe umdrehen vor Schmach.

Kindheitserinnerungen 1958

Unsere erste Wohnung, die ich mit meinen zwei Brüdern bewohnte, war ziemlich klein und dunkel. Ich hatte kein eigenes Zimmer und musste nach dem Tod meines Vaters, der an einem Rückenmarktumor gestorben war, in dem ungemütlichen Ehebett neben meiner Mutter schlafen. Es war grauenhaft. Meine Mutter hatte nachts immer eine weiße Betthaube auf und kam erst spät zum Schlafen ins Zimmer. Es war stockdunkel, nur ein schmaler Lichtstrahl, der von der Straßenlaterne aufs Bett fiel, erleuchtete das Zimmer.
   Sie saß, wie ein Geist, aufrecht in ihrem Bett, mit ihrer weißen Haube auf dem Kopf, und ich erschrak jedes Mal von Neuem, wenn ich durch das Geraschel in ihrem Bett aufwachte. Die Schlafzimmertür stand immer einen Spaltbreit auf, für frische Luft, wie meine Mutter meinte. Durch diesen Spalt konnte ich in die Küche spähen. Wie ein Auge in der Dunkelheit glotzte mich das Licht des Gasdurchlauferhitzers an und ich erschauderte. Mitten in der Nacht wachte ich mehrmals auf und hatte Angst, dass mich das Auge des Gasboilers beobachten würde. Meiner Mutter sagte ich nie etwas davon, sie hätte mich vielleicht ausgelacht. Jahrelang bedrohte mich dieses Auge aus der Küche und ich konnte mir nicht erklären, warum ich davor so maßlose Angst hatte.
   Meine Mutter schickte immer mich in den Keller – nicht meine Brüder –, und ich schlotterte vor Angst. Ich sollte Kartoffeln holen oder Briketts. Ich schlich an dem Luftschutzbunker vorbei und hatte immer die böse Vermutung, dahinter würde mir jemand auflauern. Mit klopfendem Herzen sperrte ich das Kellerabteil auf und lehnte es an, damit mich niemand beobachten oder erschrecken konnte. Einmal machte ich mir in die Hosen und wusch sie in der Waschküche aus, so sehr schämte ich mich. So schnell wie möglich tat ich Kartoffeln in meinen Korb und schlich zurück, am Bunker vorbei, aus dem unklare, geheimnisvolle Geräusche zu kommen schienen. Auf der Kellertreppe stolperte ich vor Angst, sodass der Inhalt meines Korbes die Kellerstufen hinunterkugelte. Mein Herz blieb fast stehen, als ich die Kartoffeln vor der Tür des Bunkers wieder aufsammeln musste.
   Eines Tages, ich war gerade acht geworden, lief ich die Treppen hinunter und wollte im Hinterhof mit meinen Freundinnen Rollschuh fahren. Auf der Treppe begegnete mir ein Mann mit einem langen schwarzen Regenmantel. Er trug eine braune Aktentasche unter seinem Arm.
   »Hallo junges Fräulein, kannst du mir vielleicht sagen, wo in diesem Haus eine Familie … wohnt?«
   Ich konnte den Namen, den er nannte, beim besten Willen nicht verstehen.
   »Entschuldigen Sie bitte, ich hab den Namen nicht verstanden«, sagte ich schüchtern.
   »Wenn du mich nicht verstehen (...)

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