Ute Kissling

Krimis & Thriller

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Diamantenmord - Klinker-Reihe 2

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Ein Zugschaffner liegt tot in einem Zugabteil, drei vermummte Gestalten zerren einen Fahrgast aus dem Waggon und flüchten in den Wald. Widerwillig bricht LKA-Ermittler Paul Klinker seine Reise ab. Wer ist der Tote, der offenbar ein geheimnisvolles Doppelleben führte? Wer sind die Kidnapper, die den Diamantenhändler Fries de Ondrej in ihre Gewalt gebracht haben? Eine Spur führt Paul und seine Kollegin Florentine Lanz zu einem Boxclub in Hamburgs Rotlichtmilieu. Immer wieder fällt der Name Manni Achtereiner. Ausgerechnet, denn Pauls Freundin Marianne ist vor der gefürchteten Kiezgröße auf der Flucht. Steckt er hinter dem Überfall und dem Mord? Während sich Paul mit seiner beharrlichen Art der Wahrheit nähert, zieht sich die tödliche Schlinge für andere unaufhaltsam zu.

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Vita

Ute Kissling

Ute Kissling ist Autorin, Redakteurin, Historikerin und bekennende Badenerin. Studium, Job und eine ordentliche Portion Neugierde trieben sie von Heidelberg über Hamburg nach Berlin, dann nach Togo und Ghana wieder zurück in die Hauptstadt. Dort und am Stettiner Haff lebt und schreibt sie. Derzeit arbeitet sie an ihrer Reihe um den badischen LKA-Ermittler Paul Klinker und seine Berliner Kollegin Florentine Lanz.

Leseprobe

Kapitel 1

Paul lehnte sich zurück und schloss die Augen. Herrschaftszeiten, war er müde. Jessis Schnauze lag schwer auf seinen Füßen. Viereinhalb Stunden nach Frankfurt, dort würde er in eine Rumpelbahn ohne Klimaanlage steigen und nach Heidelberg zuckeln. In die Heimat. Ob sich das Laub der Bäume bereits verfärbt hatte? Wehmütig verdrängte er alle Gedanken an Sonja. Kerscheplotzer von der Mudda, darauf wollte er sich freuen, alles andere würde sich ergeben. Und wenn nicht? Ein Stich ins Herz und noch einer hinterher. Doch, es musste sich ergeben. Fata viam invenient, das Schicksal findet seinen Weg. Wenn es nur manchmal nicht so verflucht schieflaufen würde mit dem Schicksal. Selbst, wenn man es in die eigene Hand nahm, flutschte es wie ein glibberiger Fisch aus den Fingern und zappelte auf dem Boden solange herum, bis aus dem orangefarben schimmernden Koi ein mattgrüner Karpfen geworden war. Oder wie war das alles zu erklären, was in den vergangenen zweieinhalb Jahren in seinem Leben passiert war?
   »Hallo, der Herr, aufwachen.«
   Paul zuckte zusammen und riss die Augen auf. Was war da los? Er brauchte einen Moment, bevor ihm klar wurde, dass der Mann der sich über ihn gebeugt hatte und mit seinen grauen Augen ansah, der Schaffner war. Sein Atem roch würzig, so als ob er gerade gegessen hätte, Fleisch oder Wurst.
   »Ihre Fahrkarte, bitte.« Der Schaffner richtete sich wieder auf, stützte die Hand auf den Vordersitz.
   Paul spürte seinen Blick, während er in seiner Jackentasche nach der Fahrkarte nestelte. Das Papier war verknittert, als er es endlich herausgezogen hatte und dem Schaffner hinhielt. Das Jackett seiner blauen Uniform spannte über den kräftigen Schultern. Mit gerunzelter Stirn studierte er die Angaben.
   »So, nach Heidelberg gehts?« Er schob seinen Zwicker über die Fahrkarte und stempelte sie ab. »Gute Reise und verschlafen Sie Ihre Ankunft nicht.« Mit einem Grinsen wandte er sich der nächsten Sitzreihe zu.
   »Danke«, murmelte Paul und stopfte die Fahrkarte zurück in die Jackentasche.
   Draußen huschte die Brandenburger Landschaft vorbei. Das Laub der Bäume hatte sich bunt verfärbt und brachte die Gegend zum Herbstglühen. Er fröstelte. Warum mussten die Klimaanlagen in Zügen immer so kalt eingestellt sein, dass man sich vorkam, als ob man in einem Kühlschrank herumgefahren würde? Wenigstens war der Sitz neben ihm frei geblieben, so mutierte er immerhin nicht zu einer eingequetschten Ölsardine im vollgestopften Kühlfach. Sein Magen knurrte. Gestern hatte er das letzte Mal etwas gegessen. Heute war keine Zeit dafür gewesen. Sehnsüchtig dachte er an die Currywürste bei Konnopkes Imbiss, an den Geruch von frischem Bratfett, vermischt mit den Düften der Großstadt unter den Gleisen an der Eberswalder Straße. Dazu ein kühles Flaschenbier, und seine Welt wäre in Ordnung gewesen. Vielleicht sollte er an der nächsten Station aussteigen und zurückfahren. Heidelberg auslassen in seinem Leben. Zumindest vorerst. Er könnte ein andermal hinfahren, wenn es besser passte. Wenn er mehr Mut hatte. Er war ein solcher Feigling.
   Paul lehnte sich zurück und versuchte, die trüben Gedanken zu vertreiben. Es half nichts, er musste sich dem Vorfall und allem, was daran hing, stellen. Damit die Geschichte ein Ende hatte, auch für ihn. Der dumpfe Druck auf seinem Herzen, die Enge in seiner Brust, wann immer er daran dachte, und sein Leben, das nie mehr so werden konnte, wie er es sich einmal gewünscht hatte, als er mit Erwin im Gras am Neckar gesessen hatte und über Mädchen und das Leben schwadroniert hatte. Er fuhr sich über die Stirn. All das war nicht mehr zum Aushalten. Wenn er so weitermachte wie bisher, würde er ersticken. Aber die Aussicht auf die Menschen, die ihn erwarteten oder gerade eben nicht, die Angst vor ihren Mienen, war bedrückend. Er atmete so tief durch, dass ein drängender Schmerz durch seinen Brustkorb fuhr.
   Es polterte auf dem Gang. Paul reckte seinen Hals, um über die Vorderlehne zu schauen, was da los war, und wurde im selben Moment heftig nach vorn geworfen. Zugbremsen quietschten. Menschen schrien auf. Jessi rappelte sich hoch, taumelte auf ihren Pfoten, bellte. Er beugte sich hinunter und packte sie am Halsband. Mit einem letzten aufbäumenden Ruck kam der Zug zum Stehen. Paul stieß (...)

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