Ute Kissling

Krimis & Thriller

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Mords-Crescendo

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Kommissarin Belle James, die den Anblick von Leichen nicht mehr ertragen kann, und ihr ehrgeiziger Kollege Jan Perkos stehen vor einem Rätsel. Auf dem Gelände einer abgebrannten Villa in der beschaulichen süddeutschen Kleinstadt Benenbach wurde eine Leiche in einer Bauerntruhe gefunden. Erschlagen und grausam verstümmelt. Bei ihren Ermittlungen geraten James und Perkos in ein Gespinst aus Lügen und Intrigen. Sie begegnen Ass, einem Junkie, der keiner ist. Sie lernen Graf von Ellenbach kennen, auf dessen Gelände die Tote gefunden wurde und der offensichtlich Dreck am Stecken hat. In den Mittelpunkt der Ereignisse rücken die Mitarbeiter der privaten Musikschule von Benenbach. Die neu engagierte Querflöten-Lehrerin Annika Griebel ahnt, dass ihre Kollegen nicht immer die ganze Wahrheit erzählen. Als ein zweiter Mord geschieht, beginnt Annika auf eigene Faust zu recherchieren und gerät in tödliche Gefahr.

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Vita

Ute Kissling

Ute Kissling ist Autorin, Redakteurin, Historikerin und bekennende Badenerin. Studium, Job und eine ordentliche Portion Neugierde trieben sie von Heidelberg über Hamburg nach Berlin, dann nach Togo und Ghana wieder zurück in die Hauptstadt. Dort und am Stettiner Haff lebt und schreibt sie. Derzeit arbeitet sie an ihrer Reihe um den badischen LKA-Ermittler Paul Klinker und seine Berliner Kollegin Florentine Lanz.

Leseprobe

1.
In der Nacht

Die Amsel war an einen Türrahmen genagelt.
   Der tote Vogel hing da, die Flügel ausgebreitet, in jedem steckte ein Nagel.
   Neugierig trat ich näher. Kein Blut.
   Plötzlich riss mich das Knarzen einer Zimmertür aus meinem Traum. Der Lichtschein aus dem Flur legte einen hellen Korridor neben mein Bett und blendete mich. Ich erkannte das Gesicht meines Vaters nur schemenhaft.
   »Steh auf«, befahl er. »Du musst Klavier üben.« Mein Vater war ein Mann von Prinzipien.
   Ich hatte am Tage vergessen zu spielen. Mir kribbelte die Müdigkeit in den Füßen. Meine Hausschuhe fand ich nicht. Ich tapste voran ins Wohnzimmer, wo das Klavier an der Wand zwischen deckenhohen Bücherregalen stand. Als ich auf dem Hocker saß, ließ ich aus Gewohnheit die Beine baumeln. Den Schlag ins Genick, den mein Vater mir versetzte, hatte ich nicht erwartet. Mein Nacken brannte wie Feuer.
   »Du bist wirklich selten dämlich«, zischte er mir ins Ohr.
   Im dämmrigen Licht der Straßenlaterne, die den Raum nur notdürftig erhellte, konnte ich die Noten vor mir kaum lesen.
   »Sieh dir mal deinen Schlafanzug an.« Er konnte seine Wut nicht zügeln.
   Ich blickte an mir hinunter, entdeckte nichts Tadelnswertes.
   Mit der flachen Hand schlug er mir auf den Hinterkopf. »Zu dämlich, um ihn richtig zuzuknöpfen.«
   Jetzt sah ich es auch. Ich hatte den zweiten Knopf in das oberste Knopfloch gesteckt. So saß das Oberteil schief. Als ich daran herumnestelte, schlug er wieder zu.
   »Jetzt spiel endlich.«
   Vorsichtig begann ich, die Tasten zu drücken. Ich war wirklich schlecht. Meine Finger waren ganz steif. Es hörte sich grässlich an. Von meinen feuchten Händen wurden die Tasten immer glitschiger und ich rutschte wieder und wieder ab.

Mit der Zeit ging es besser. Vater hatte aufgehört, mich zu schlagen und sich in den Lehnstuhl gesetzt, die Füße auf den Hocker gelegt und schnarchte. Aus seinem Mund rann ein Speichelfaden, der an seinem Hemd einen dunklen Fleck hinterließ.

Wie Blut, dachte ich, das getrocknet ist. Das wird auch ganz dunkel. Als Vater aufwachte, durfte ich aufhören zu spielen. Draußen war es längst hell geworden. Die Sonne hatte sich in den Himmel gesetzt und schien so penetrant, dass sich mein Kopf in den Strahlen zu drehen schien, als ich mich am Fenster stehend anzog. Um sieben Uhr trabte ich los, der Ranzen wippte auf meinem schmerzenden Rücken auf und ab. Ich musste mich beeilen, um den Schulbus nicht zu verpassen. Vater konnte sehr wütend werden, wenn er erfuhr, dass ich zu spät zur Schule gekommen war.

2.
Samstag, 13. Oktober

Feiner Nieselregen umhüllte die Grafen-Villa.
   Angelo Zapetto stoppte seinen Transporter am Straßenrand und warf einen Blick auf die Uhr im Cockpit. Halb acht. Noch eine halbe Stunde, bis seine Mitarbeiter Julius und Harry auftauchen würden.
   Zeit genug, das Gelände und die Villa in Augenschein zu nehmen. Manchmal fanden sich einigermaßen wertvolle Objekte unter dem Gerümpel, das es zu entsorgen galt. Oder Kupfer. Uralte Eichenbalken, die er gesondert zu Geld machen konnte. Allein mit den Umzügen und Transporten, die er neben Entrümpelungen anbot, könnte er niemals Elenas exquisite Wünsche erfüllen, dazu benötigte er den einen oder anderen Euro zusätzlich.
   Angelo stieg aus und kratzte sich genüsslich im Schritt. Er fühlte sich großartig nach dieser Nacht. Elena war wieder einmal einmalig gewesen. Wie sehr sie ihm das Gefühl gab, ein Held zu sein. Der Inbegriff eines potenten Mannes, nach dem sie sich sehnte und den sie unaufhörlich begehrte. Was machte es da schon, dass ihre Wünsche eben ein bisschen kostspieliger waren?
   Schwungvoll öffnete er die hinteren Türen des Wagens und lud seine Gerätschaften aus. Zu guter Letzt schnappte er sich die Thermoskanne, die Elena vor seiner Abfahrt mit Kaffee gefüllt hatte. Die Gute war wirklich umsichtig. Für einen Moment schwelgte er in der frischen Erinnerung an Elenas üppig wogenden Busen und ihre leidenschaftlich an ihn gepressten Schenkel. Wäre er nicht schon mit Gina verheiratet, er würde Elena glatt einen Antrag (...)

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