Ute Kissling

Krimis & Thriller

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Venusf@ll - Klinker-Reihe 1

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Im Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg sind Kinder ein schickes Accessoire, Friseure nennen sich Artdirektoren, und die Bewohner finden sich mit Pilotenbrillen und ausgelatschten Schuhen hip. Der Arzt Ullrich Hallauf ist einer von ihnen und er ist tot. Der grantige LKA-Ermittler Paul Klinker wird aus seinem Urlaub nach Berlin zitiert, doch bevor er aufbrechen kann, rettet er einer schwer verletzten Frau zufällig das Leben. Hat sie ihm deshalb das Säckchen mit dem Schmuckstück in die Hand gedrückt? Bei seinen Ermittlungen im Fall „Hallauf“ dringt Paul mit seiner zickigen Kollegin Florentine Lanz in die geheimnisvolle Web 2.0-Welt und des Internet-Datings ein. Wer steckt hinter „VenusBerlin“? Und was für ein mysteriöser Gegenstand steckte in Hallaufs Hals? Gleichzeitig plagt Paul seine Vergangenheit, die er vehement mit Alkohol zu verdrängen versucht. Wird er mit der Schuld, die er auf sich geladen hat, jemals fertig werden? Ein weiterer Mord im Zeichen der Venus schockiert Berlin.

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Vita

Ute Kissling

Ute Kissling ist Autorin, Redakteurin, Historikerin und bekennende Badenerin. Studium, Job und eine ordentliche Portion Neugierde trieben sie von Heidelberg über Hamburg nach Berlin, dann nach Togo und Ghana wieder zurück in die Hauptstadt. Dort und am Stettiner Haff lebt und schreibt sie. Derzeit arbeitet sie an ihrer Reihe um den badischen LKA-Ermittler Paul Klinker und seine Berliner Kollegin Florentine Lanz.

Leseprobe

Kapitel 1

Ihre Schritte hämmerten auf dem Asphalt. Jeder Schritt wie ein Schlag ins Genick, auf den Kopf, auf die Schultern.
   Sie musste weg. Schnell. Schneller.
   Das Klettergerüst auf dem Spielplatz wirkte wie das Skelett eines ausgebrannten Schiffes.
   Ihre Beine schmerzten. Weiter.
   Durch das Dunkel im Mauerpark. Steine knirschten unter ihren Schuhen. In ihrem Kopf hallten Schimpfworte nach.
   Drecksack. Seine Hände, wie sie nach ihr griffen.
   Perverses Schwein. An ihrem T-Shirt rissen. Ihre Schultern packten. Sein Mund auf ihre Lippen gepresst.
   Arschloch.
   Sie keuchte, verlangsamte ihr Tempo. Im hellgelben Licht der Laternen lag vor ihr die Bernauer Straße. Sie blieb stehen und sah sich um. Hinter ihr nichts, nur Schwärze. Schweiß rann über ihr Gesicht, vermischte sich mit ihren Tränen. Und dem Blut, das sie bemerkte, als sie sich mit dem Ärmel ihrer Jeansjacke die Stirn abwischte.
   Blut. Einatmen. Niemand durfte sie so sehen. Ausatmen.
   Sie musste die Nerven behalten, ruhig bleiben.
   Sie knöpfte die Jacke auf und zog sie aus. Wischte sich damit ab. Rot. Verdammt. Sie bückte sich und griff nach einer Bierflasche, die auf der Wiese lag. Goss den Rest der stinkenden Flüssigkeit in ihre hohle Hand, warf die Flasche weg, und spritzte sich das Bier ins Gesicht. Abwischen. Den Hals auch. Gründlich. Hinter den Ohren, die Haare. Das Blut musste weg. Das Bier klebte an ihren Wangen. Sie schrubbte mit der Jacke darüber, bis die Haut brannte. Sie sah an sich hinab. Das T-Shirt war sauber. Ein Wunder, dass das Blut nicht durch die Jacke gedrungen war. Die Hose war fleckig. Das Blut auf dem Stoff war dunkel und nicht als solches zu erkennen. Gut. Sie knüllte die Jacke zu einem Klumpen zusammen und steckte sie sich unter den Arm.
   Das Glas ihrer Armbanduhr war zersprungen, aber der Sekundenzeiger bewegte sich noch. Kurz nach halb zwei. Sie sehnte sich nach ihrem Bett, wollte sich in die Decke einkuscheln, die Augen schließen, nichts denken.
   Mit gesenktem Kopf trat sie auf die Bernauer Straße. Ein lachendes Paar kam ihr entgegen. Das Mädchen neckte ihren Begleiter mit einem Knuff in die Hüfte. Sie drehte den Kopf zur Seite, als sie an den beiden vorbeilief. Das Mädchen lachte viel zu laut.

*

Er zuckte zusammen, als die Wanduhr zu schlagen begann. Schon vier Uhr am Morgen.
   Die Schlacht, die er auf dem Tisch in der guten Stube aufgebaut hatte, würde für die angelsächsischen Soldaten schlecht ausgehen. In akkuraten Reihen standen Dutzende von ihnen auf der grünen Anhöhe aus Filz, die Gewehre hatten sie im Anschlag. Gedeckt wurden sie durch Bauern, die drohend ihre Schaufeln in die Höhe hielten. Den Franzosen hatte er mehr Geschütze gegeben, als sie jemals brauchen konnten. Zudem konnten sie sich hinter mehreren Bauernhäusern in Position bringen. Die Reiter in ihren blau-roten Uniformen ritten im Trab. Er kramte noch einmal im Karton, der auf dem Stuhl stand, aber außer zusammengeknülltem Seidenpapier war nichts zu finden. Alle Zinnsoldaten waren in den Kampf gezogen.
   Er gähnte und streckte seinen Rücken. Wieder hatte er die ganze Nacht kein Auge zugetan.
   Schlafen konnte er schon lange nicht mehr richtig. Seit dem Vorfall. Seit dem unglückseligen Geschehen, das ihn schließlich hierher geführt hatte. Mit einer heftigen Bewegung wischte er die Zinnsoldaten vom Tisch. Nun hatte er ein Häuschen am Summter See, einen Hund und ein Hausboot am Landwehrkanal in Berlin. Und einen nicht enden wollenden Kummer im Herzen. Er schüttelte den Kopf und starrte aus dem Fenster in die Morgendämmerung. Sein Garten war nach dem Regen in der Nacht ein dampfendes Grau. War es hier so viel besser als in Heidelberg?
   Er ging in die Wohnstube.
   Jessi lag auf dem Sofa, den Kopf auf ihre Pfoten geschmiegt.
   »Komm, Spatzl, wir gehen raus.«
   Jessi wedelte so energisch mit dem Schwanz, dass ihr Hinterteil hin und her wackelte. Er nahm im Flur die Hundeleine vom Haken, zog sich seine Regenjacke über und stieg in die Gummistiefel.
   Als er nach (...)

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