Alex Winter

Krimis & Thriller

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Späte Rache - Detective Daryl Simmons 6. Fall

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»Er stand unter Wulgaru, dem Henkersbaum, und um seinen Hals lag eine Schlinge. Als sie sich langsam zuzog, stellte er sich auf die Zehenspitzen. Noch einmal sogen seine Lungen gierig die feuchte Luft ein. Es war sein letzter Atemzug, das wusste er.« Wie eine Sintflut brechen die Ausläufer eines Zyklons über das Outback-Nest Douberie herein und schneiden die im dünn besiedelten Südwesten Queenslands gelegene Ortschaft von der Umwelt ab. Die Zeit für Hilfe drängt, denn in Douberie treibt ein Kurdaitcha-Mann, ein ritueller Eingeborenen-Henker, sein Unwesen. Drei weiße Einwohner sind ihm bereits zum Opfer gefallen, doch das scheint erst der Anfang zu sein. Kurz nachdem Detective Daryl Simmons in Douberie ankommt, geschieht ein weiterer Mord. Sowohl in der zerrütteten Aborigine-Gemeinschaft am Rande Douberies als auch unter den weißen Einwohnern stößt Daryl auf eine Reihe von Verdächtigen. Als Daryl Douberies düsterem Geheimnis auf die Spur kommt, zwingt ihn dies zu der schwierigsten und gleichzeitig schicksalhaftesten Entscheidung seines Lebens ...

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Vita

Alex Winter

Alex Winter, geboren 1960 in Zürich/Schweiz, absolvierte die Kunstgewerbeschule in Zürich. Er arbeitete zunächst als Dekorationsgestalter, später in verschiedenen Berufen im In- und Ausland. Seit 1980 unternimmt er immer wieder mehrjährige Reisen, die ihn vor allem nach Australien, Neuseeland und in die Südsee führen. Alex Winter lebt heute mit seiner Frau im Zürcher Oberland.

Leseprobe

Prolog

Wie er diesen Baum doch hasste!
   Besonders in einer Vollmondnacht wie dieser, in der die glatte schneeweiße Rinde des Geistereukalyptus auf gespenstische Weise von innen zu leuchten schien.
   Der schlangenförmige Stamm mit dem weit nach Osten überhängenden Ast, der aussah wie ein unter der Last unzähliger Gehängter gekrümmter Galgenbaum, jagte ihm einen kalten Schauder über den Rücken.
   Die weißen Bewohner Douberies nannten ihn Henkersbaum, die Eingeborenen Wulgaru, was so viel wie der Holzteufelmann bedeutete. Sie machten einen großen Bogen um den Ghost Gum, was kein Wunder war beim Aberglauben der Schwarzen.
   Mehrere Eingeborene hatten sich bereits an ihm erhängt. Der letzte Vorfall lag einige Jahre zurück. Damals waren gleich zwei halbwüchsige Aborigine-Kinder gemeinsam auf den gekrümmten Ast geklettert und mit einem Strick um den Hals in den Tod gesprungen. Michael konnte sich noch gut daran erinnern, war er doch dabei gewesen, als man sie am nächsten Morgen fand.
   Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte man damals diesen unseligen Baum gefällt. Doch als sich er und andere weiße Bewohner Douberies mit Äxten, Sägen und einem Bulldozer ans Werk machen wollten, waren die Eingeborenen wie eine Horde wütender Barbaren dazwischengegangen. Obwohl sie den Ghost Gum für einen bösen Geist hielten, verhinderten sie, dass er gefällt wurde. »Wulgarus Rache wird nicht nur für die fürchterlich sein, die es wagen ihn anzurühren, sondern sie wird uns alle treffen«, hatten sie prophezeit. »Er wird wie ein Rudel ausgehungerter Dingos über euch und uns herfallen und jeden töten.«
   Dies hatte, zum Bedauern der weißen Einwohner von Douberie, weitherum für großes Aufsehen gesorgt. Um die Gemüter zu beruhigen und dafür zu sorgen, dass wieder Ruhe einkehrte, hatte Michael den Eingeborenen versprochen, der Baum würde stehen bleiben.
   »Aborigines und ihr Aberglaube«, knurrte Michael. Er klaubte eine zerknitterte Zigarettenpackung aus der Brusttasche seines Kollarhemdes, zündete sich einen verbogenen Glimmstängel an und sog genüsslich den Rauch ein.
   Während er den Baum betrachtete, materialisierten sich vor seinem geistigen Auge die Körper der beiden Eingeborenenkinder. Er sah sie am Baum hängen, bewegungslos wie Strohpuppen. Ihre Augen waren trübe und leblos wie zwei graue Hosenknöpfe, und doch schienen sie ihn anklagend anzustarren. Ausgerechnet ihn, Pater Michael McDermott, der sich aufopferungsvoll um sie gekümmert hatte, dem sie Zuwendung, zwei warme Mahlzeiten am Tag und ein Dach über dem Kopf zu verdanken gehabt hatten.
   Er seufzte. Diese armen, ungläubigen und verlorenen Seelen. Sie taten ihm leid. Jeder Mensch wusste doch, dass Selbstmord Sünde war und es Gott allein vorbehalten war, über das Ende eines Menschenlebens zu bestimmen. Auch die beiden Eingeborenenkinder hatten das gewusst. Und doch hatten sie sich erhängt und ihn damit zutiefst verletzt und letztendlich auch in Schwierigkeiten gebracht. Und damit nicht genug.
   Kaum war er in Douberie angekommen, hatte er erfahren, dass kurz zuvor zwei weiße Einwohner des Ortes, die er von früher her gut gekannt hatte, am Baum erhängt aufgefunden worden waren. Zufall? Er bezweifelte es. Zumal das eine Opfer eine Beule am Hinterkopf aufgewiesen hatte, die durchaus von einem Betäubungsschlag herrühren konnte, während ein Zeuge beim anderen Erhängten eine schwarz-weiße Geistergestalt beobachtet hatte, die wie ein ritueller Eingeborenenhenker ausgesehen hatte.
   Ein kühler Windstoß streifte Michaels Gesicht und ließ die langen Eukalyptusblätter im Baum leise rascheln. Es klang wie geisterhaftes Geflüster. Michael lief ein eisiger Schauder über den Rücken. Erneut begann die Realität zu verschwimmen und machte Bildern aus seiner Erinnerung Platz.
   Er blickte hinauf zu den Körpern der beiden Aborigine-Kinder, die gemeinsam in den Tod gesprungen waren. Langsam begannen sie, sich im Wind zu drehen. »Genau wie damals«, flüsterte er, kniff die Lider zusammen und bekreuzigte sich. »Aber damals ist nicht heute und ihr seid nicht real, sondern tot und begraben!«
   Als er sich wieder etwas beruhigt hatte, öffnete er die Augen. Der Geistereukalyptus hatte aufgehört zu leuchten und die (...)

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