Alex Winter

Krimis & Thriller

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Die Toten von Moonlight Bay - Detective Daryl Simmons 2. Fall

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„Ungläubig starrte er auf die schemenhafte Gestalt in ihrem schneeweißen Gewand. Obwohl er sie auf diese Distanz nicht genau erkennen konnte, fiel ihm auf, wie unnatürlich weiß ihr Gesicht, ihre nackten Arme und ihre Füße waren. Sie waren so weiß wie die einer Toten ...“ Nahe dem Leuchtturm von Moonlight Bay, an einer Stelle, wo bereits zwei Männer den Tod gefunden haben, erscheint die geisterhafte Gestalt einer jungen Frau. Der unkonventionelle Detective Daryl Simmons soll ihr Geheimnis lüften. Doch in dem kleinen australischen Küstenort stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Können seine besonderen Kenntnisse, die er einem Aborigine-Lehrmeister verdankt, Licht in das Dunkel bringen?

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    Alex Winter

Vita

Alex Winter

Alex Winter, geboren 1960 in Zürich/Schweiz, absolvierte die Kunstgewerbeschule in Zürich. Er arbeitete zunächst als Dekorationsgestalter, später in verschiedenen Berufen im In- und Ausland. Seit 1980 unternimmt er immer wieder mehrjährige Reisen, die ihn vor allem nach Australien, Neuseeland und in die Südsee führen. Alex Winter lebt heute mit seiner Frau im Zürcher Oberland.

Leseprobe

1


Averill Chase stoppte den Nissan Pathfinder mitten auf dem aufgeweichten Weg und stellte den Motor ab. Einen Augenblick überlegte er, ob er besser umkehren sollte.
   Kalte, antarktische Winde und die warmen Luftmassen des australischen Kontinents trafen aufeinander und lieferten sich einen erbitterten Kampf, der den Ozean zum Kochen brachte und die Regenschleier beinahe waagerecht über die Klippen ins Landesinnere trieb. Der Sturm peitschte die Blätter der mächtigen Karri- und Jarrah-Eukalypten und ließ die verdrehten Äste wie Weidenruten tanzen. Selbst hier, einen Kilometer von der Küste entfernt, hörte er noch das Dröhnen des gegen die Klippen brandenden Ozeans. Zusammen mit dem unheimlichen Rauschen und Heulen im Wald verschmolz es zu einer schauerlichen Geräuschkulisse, die sein Herz heftig schlagen ließ.
   Der wütende Sturm, der erste Vorbote des nahenden Winters, erreichte fast Orkanstärke. Überall zuckten grelle Blitze aus dem Grau des Himmels. Viel unangenehmer war jedoch, dass der Regen einen Teil der Straße weggespült und einen tiefen, selbst für einen Geländewagen unüberwindlichen Graben geschaffen hatte.
   Averill fluchte leise und entschloss sich, auszusteigen und zu Fuß weiterzugehen. Er zog den Reißverschluss seiner Regenjacke bis unters Kinn, stülpte die Kapuze über den Kopf und lud Rucksack sowie Werkzeugkoffer aus dem Heck. Mit eingezogenem Kopf marschierte er los, dennoch sprang ihm der eisige Regen wie ein wütendes Tier ins Gesicht.
   Der Leuchtturm von Moonlight Bay lag einige Hundert Meter entfernt auf der Spitze eines schmalen Kaps. Zwar war es bei dem Wetter nicht ungefährlich, durch den Wald zu marschieren, doch als Ingenieur und Inspektor des Schifffahrtsamtes erlebte Averill ein solches Unwetter nicht zum ersten Mal. Natürlich hätte er die Inspektion des Leuchtturms auf den nächsten Morgen verschieben können. Statt zu frieren und bis auf die Knochen nass zu werden, hätte er sich im gemütlichen Pub des kleinen Küstenortes ein paar Bierchen genehmigen können. Doch mit dem Leuchtturm von Moonlight Bay war das so eine Sache.
   Seit John Grammar vor fünf Jahren von dem Turm zu Tode gestürzt war, war Averill dieser Ort unheimlich. Jedes Mal, wenn ihn seine Inspektionsreise hierher führte, war er froh, seine Arbeit so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.
   Der Anblick von Grammars Leiche, die er auf dem Betonsockel am Fuße des Leuchtturms entdeckt hatte, brachte ihm noch heute Albträume. Mit zertrümmertem Schädel und bizarr verdrehten Gliedern hatte Grammar vor ihm gelegen. Das Gesicht von Beutelmardern und Ratten angenagt, die Augenhöhlen blutig und leer, weil Vögel die Augen herausgepickt hatten. Averill hatte John Grammars entstellte Leiche kaum erkannt. Vielleicht hatte Grammar tatsächlich Selbstmord begangen, wie einige Leute behaupteten. Seit diesem Tag jedenfalls haftete dem Leuchtturm etwas an, das Averill jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken jagte, wenn er nur an den Ort dachte.
   Als der Wald lichter wurde und der Untergrund steiniger, lösten niedrige, windgebeugte Melaleuca-Bäume und Sträucher die mächtigen Eukalypten ab. Je näher Averill der Küste kam, umso niedriger wurden die Büsche, bis sie schließlich von kaum hüfthohen Myrtenheidegewächsen abgelöst wurden. Nun zerrte der Wind so heftig an Averills Kleidern, dass er sich mit ganzer Kraft dagegenstemmen musste.
   Der Leuchtturm war weiß gestrichen, mit drei schmalen roten Farbstreifen im oberen Drittel. Bei Sonnenschein strahlten seine Farben schon von Weitem und bildeten einen malerischen Kontrast zum tiefblauen Meer, dem Grau der steilen Klippen und dem Olivgrün des dahinterliegenden Eukalyptuswaldes. Nicht so an diesem Morgen. Alles wirkte wie in grauschwarze Farben getaucht.
   Mit raschen Schritten kämpfte sich Averill die letzten fünfzig Meter über nackten Fels bis zum Eingang. Schutz suchend drückte er sich gegen die massive Eisentür, gleichzeitig kramte er einen dicken Schlüsselbund aus der Tasche. Als er anhand des kleinen, metallenen Schlüsselanhängers, auf dem Leuchtturmname- und -nummer eingestanzt waren, den richtigen Schlüssel gefunden hatte, versuchte er, ihn ins Schloss zu stecken. Er passte nicht. Verwundert zog er ihn heraus und sah ihn sich an. Dann versuchte er es erneut. Wieder (...)

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