Alex Winter

Krimis & Thriller

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Die Leiche im Wrack - Detective Daryl Simmons 5. Fall

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»Daryl presste seinen Rücken an die Rost zerfressene Schiffswand. Mit unheimlichem Pfeifen und Dröhnen schossen die Wellen durch die aufgerissene Stahlwand in das Wrack und schnappten wie blutgierige Haie nach seinen Füßen. Ein paar Minuten noch, dann würden sie ihn verschlingen …« Nicht zum ersten Mal klettert der behinderte Aborigine-Junge Robb Tomkins auf das Wrack der Shanghai Queen, um zu angeln. Was Robb an diesem Morgen an den Haken bekommt, ist jedoch kein kapitaler Fisch, sondern die grausam entstellte Leiche eines einheimischen Fischers. Getarnt als passionierter Freizeitangler reist Detective Daryl Simmons in das kleine westaustralische Fischernest Shelly Beach. Doch nicht nur seine exzentrischen Bewohner geben ihm Rätsel auf, auch der charismatische Aborigine Koolkuna und dessen Clan, die den Ort als ihr Stammesland zurückfordern, scheinen etwas zu verbergen. Je näher Daryl der Lösung des Falles kommt, umso tiefer gerät er zwischen die Fronten – und in tödliche Gefahr …

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Vita

Alex Winter

Alex Winter, geboren 1960 in Zürich/Schweiz, absolvierte die Kunstgewerbeschule in Zürich. Er arbeitete zunächst als Dekorationsgestalter, später in verschiedenen Berufen im In- und Ausland. Seit 1980 unternimmt er immer wieder mehrjährige Reisen, die ihn vor allem nach Australien, Neuseeland und in die Südsee führen. Alex Winter lebt heute mit seiner Frau im Zürcher Oberland.

Leseprobe

1

Robb stieg über verbogene Metallstreben in den schief liegenden Heckteil des Schiffswracks.
   Vorbei an gewaltigen Dieselmotoren, Turbinen, Kesseln und Rohrleitungen, die teilweise aus ihren Verankerungen gerissen und zusammen mit dem aufgeschlitzten Schiffsboden des Frachters zu großen, unförmigen Metallklumpen zerquetscht worden waren, gelangte er zu einer schiefen Metalltreppe, die zu den oberen Decks führte.
   Er stieg vier Etagen hoch, dann folgte er einem zum Heck hin abschüssigen Gang. Dieser war von einer Schicht Salzkristallen überzogen, die im Schein seiner Taschenlampe wie Millionen winziger Diamanten glitzerten. Sie waren durch die Gischt entstanden, die bei bewegter See wie ein Sprühregen durch Risse und Löcher tief ins Schiffsinnere vordrang.
   Den zu beiden Seiten des Ganges liegenden Mannschaftsunterkünften, Arbeits- und Aufenthaltsräumen schenkte Robb keine Beachtung mehr – er hatte sie bereits vor drei Tagen untersucht.
   Am Heck, nur wenige Meter vor Ende des Ganges, konnte Robb einen hellen Lichtschimmer erkennen. Er humpelte darauf zu und stand plötzlich vor einem Spalt im Schiffsrumpf. Der Riss zog sich von der Steuerbordseite quer durch den Gang und weiter durch die mittschiffs liegende Bordwand. Durch die Lücke in der Wand fiel das Sonnenlicht auf den knapp einen Meter breiten Einschnitt. Vorsichtig trat Robb an den Rand der Spalte, die wie eine Fallgrube senkrecht durch das ganze Wrack verlief.
   Zehn Meter unter ihm brodelte der Ozean, als würde er kochen. Die Wellen drückten mit dumpfem Grollen drei Meter durch den Spalt im Schiffsboden nach oben, wo sie wie ein ausbrechender Geysir ihr Wasser verspritzten.
   Wenn Robb seine Hand an die Bordwand legte, konnte er die unbändige Kraft des Ozeans spüren, der unaufhörlich an dem Metallkoloss zerrte, um ihn wieder den Klippen zu entreißen und endgültig zu verschlingen. Der Spalt war in den letzten zwei Monaten durch eben diese Kräfte entstanden. Er würde den hinteren Teil des Wracks über kurz oder lang ein weiteres Mal auseinanderreißen und das Heck im Meer versinken lassen. Im Moment schien dieser Teil des Schiffes allerdings noch sicher zu sein, auch wenn draußen auf den Klippen drei Hinweisschilder eindringlich vor dem Betreten des Wracks warnten. Nur, er war zwölf, und da lockte das Verbotene eben erst recht.
   Mit seinem lahmen linken Bein war ein Sprung von einem Meter für ihn eine kleine Herausforderung, zumal die Shanghai Queen in einem 20º-Winkel auf den Klippen lag, was bedeutete, dass er auf dem Rückweg auch noch gangaufwärts springen musste. Das war wegen des feuchten, vom Salz leicht rutschigen Bodens nicht einfach. Aber er war mutig und traute sich beide Sprünge zu.
   Er würde wie immer vorsichtig sein, sich jeden Schritt genau überlegen und nur so lange hierher zum Angeln kommen, wie das Wrack sicher war.
   Robb warf erst seine Angelrute, dann den Plastikeimer mit den Ködern und der Angelausrüstung auf die andere Seite der Spalte. »Okay, nun gibt es kein Zurück mehr«, sagte er laut, um sich Mut zu machen.
   Er trat nahe an den Abgrund, konzentrierte sich und spannte seine Muskeln. Dann stieß er sich mit dem gesunden Bein ab und sprang.
   Er landete auf der anderen Seite, gut dreißig Zentimeter von der Spalte entfernt, rutschte aber auf dem feuchten Metallboden aus. Gerade noch konnte er sich mit den Händen an den salzverkrusteten Seitenwänden des Ganges abstützen und so einen Sturz verhindern.
   »Shit, das hätte ins Auge gehen können.« Er atmete erleichtert aus und hob seine Ausrüstung auf. Dann humpelte er weiter den Gang hinab bis zu einer schmalen Treppe, die ein Deck höher zur Brücke führte. Als er oben angekommen war, ging er nach rechts und wieder geradeaus, bis er zu einer offen stehenden Tür kam. Nun befand er sich auf dem Außendeck am Heck der Shanghai Queen.
   Das Meer befand sich drei Meter unter ihm. Da das Wrack aber schief auf den Felsen lag, schwappten die Wellen mitunter bis hinauf zu seinem Deck und überspülten es zur Hälfte.
   Robb wusste, dass er auf King Waves achten musste, Riesenwellen, die ohne Vorankündigung plötzlich auf die Küste prallen konnten und die schon vielen Klippen-Fischern (...)

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