Ute Haese

Humor & Satire

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So ehrbar. So mächtig. So tot. - Victoria Boll 1

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In Döhlin an der Diller ist der Teufel los: Zuerst wird der smarte Oberstaatsanwalt Moritz Wagner ermordet, dann erwischt es auch noch den Polizeipräsidenten. Das daraufhin zusammengestellte Team um die junge und ehrgeizige Kriminaloberkommissarin Victoria Boll sowie ihren erfahrenen Kollegen Robert Wiehmer soll deshalb besser gestern als heute herausfinden, wer zu dieser gnadenlosen Hatz auf Döhliner Größen bläst. Erste Spuren führen zu den örtlichen Freimaurern und in die lokale Neonazi-Szene. Der Druck von oben wächst, doch die Taskforce hat immer noch kein Motiv für die Taten ermittelt. Als der nächste prominente Tote gefunden wird, steht Victoria vor einem Scherbenhaufen, denn nichts scheint zueinanderzupassen …

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Vita

Ute Haese

Ute Haese, geboren 1958, promovierte Politologin und Historikerin, war zunächst als Wissenschaftlerin tätig. Neben Fachveröffentlichungen verfasste sie zahlreiche journalistische Kommentare zu politischen und sozialen Themen sowie – teilweise gemeinsam mit ihrem Ehemann Torsten Prawitt – mehrere Sachbücher. Seit 1998 arbeitet sie hauptberuflich als freie Autorin und widmet sich inzwischen ausschließlich der Belletristik im Krimi- und Satirebereich sowie inzwischen zusätzlich der Fotografie. Wie die Protagonistin ihrer ersten Krimi-Reihe um die Fast-schon-Privatdetektivin Hanna Hemlokk schreibt sie außerdem als „Tränenfee“ unter mehreren Pseudonymen sogenannte abgeschlossene Liebesromane für diverse Frauenzeitschriften. In einer zweiten Krimiserie, die im Herbst 2013 bei bookshouse startete, bekämpfen Kriminaloberkommissarin Victoria Boll und ihr Team im fiktiven Döhlin an der Diller das Verbrechen. Ute Haese ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern – Vereinigung deutschsprachiger KrimiAutorinnen", und im SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.

Leseprobe

1. Kapitel
Ein rechtschaffener Mann

»… aber vor allen Dingen leitete mit Dr. Hans-Werner Schickler über Jahre ein bemerkenswert rechtschaffener und überaus honoriger Mann
   unsere Döhliner Polizei, für den Begriffe wie Verantwortungsbewusstsein, Unbestechlichkeit und gelebte Mitmenschlichkeit keine bloßen Worthülsen waren. Dafür sind wir, seine Kolleginnen und Kollegen, ihm zutiefst dankbar.« Der Redner machte eine Kunstpause, um auch diesen Teil seiner salbungsvollen Ausführungen in das Bewusstsein der zahlreichen Zuhörer sickern zu lassen, bevor er exakt im richtigen Moment mit seiner überaus wohlmodulierten Stimme fortfuhr. »Diese Attribute mögen in unseren modernen Ohren altmodisch klingen, geradezu antiquiert, dessen bin ich mir durchaus im Klaren. Nichtsdestotrotz beschreiben sie die herausragenden Qualitäten des von uns allen aufrichtig geschätzten, zum Teil sogar bewunderten Verstorbenen zweifellos am besten.« Jetzt richtete der Sprecher, bislang in die Weite der eigens für diesen Anlass hergerichteten Präsidiumskantine deklamierend, seinen ebenso festen wie gefühlvollen Blick auf die in der ersten Reihe sitzende, fliederfarben gewandete Witwe des Toten. »Ihr Gatte, verehrte gnädige Frau, war ein Menschenfreund im wahrsten Sinne des Wortes, dessen gewaltsamen Tod wir alle zutiefst bedauern. Als Polizeipräsident von Döhlin war er unser Vorgesetzter, als Hans-Werner Schickler jedoch war er so manchem von uns ein Freund, und ich darf Ihnen im Namen der hier Anwesenden versichern …«
   Victoria, vor fast genau drei Wochen von dem damals noch Lebenden zur Kriminaloberkommissarin befördert, konnte nicht anders: Sie gähnte verstohlen, was zur Folge hatte, dass ihr bei dem Versuch, die Kiefer aufeinanderzupressen, vor Anstrengung die Tränen in die Augen traten. Der Trauerredner, dessen nunmehr gänzlich umflorter Blick just in diesem Moment über die dritte Stuhlreihe glitt, hielt kurz inne und nickte ihr wohlwollend zu. Zweifellos deutete Bilbo ihre feuchten Augen als eine direkte Folge seiner schwallhanselnden Aneinanderreihung von Floskeln. Der Mann war einfach so – der Mittelpunkt des Universums und ein begnadeter Kriminalist, wenn man ihn um eine Selbsteinschätzung gebeten hätte. Nur andere hielten den Leitenden Kriminaldirektor Dr. sc. pol., Dr. jur. Heinz Renneisen für ein lächerliches, aufgeblasenes Männlein, das den Mund unentwegt öffnete und schloss und dabei Luftblasen produzierte wie die Guppys in seinem Aquarium. Seinen hausinternen Spitznamen hatte er auch wegen seiner geringen Körpergröße nach dem Tolkien’schen Hobbit Bilbo Beutlin erhalten.
   Dabei hatte er mit Schickler gar nicht so unrecht, überlegte Victoria, während ihr Blick über die Kollegenköpfe schweifte und unwillkürlich an der ehemals mausbraunen, aber seit Neuestem gesträhnten und gestylten Hinteransicht des Döhliner Cybercops, der Computerspezialistin Stefanie Zwahle, hängen blieb. Er war schon in Ordnung gewesen. Sie selbst hatte ihn zwar nicht gerade gut gekannt – dafür lagen dienstgradmäßig Lichtjahre zwischen ihnen –, doch was sie im Laufe der Zeit selbst mitbekommen oder durch Kollegentratsch erfahren und nicht zuletzt von ihrem Vater gehört hatte, war schon okay gewesen.
   Victoria verscheuchte unauffällig eine Fliege, die sich auf ihrer Ohrmuschel niederlassen wollte. Es wurde unzweifelhaft Sommer in Döhlin. Auf jeden Fall hatte Schickler einen derartigen Tod nicht verdient. Entschlossen wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Redner zu.
   »… eine Stütze der Gesellschaft … ein Mann, der seine Pflichten ohne Murren annahm und ihnen mit Sorgfalt nachging … einem hohen Ethos verpflichtet …«
   Bla, bla, bla. Angeödet ließ sie ihren Gedanken erneut freien Lauf. Dermaßen grundgut und tadellos war wirklich niemand, denn sonst müsste Schickler ein Heiliger gewesen sein. Und das traf nun doch nicht zu. Dafür hatte er zu laut und zu heftig brüllen können. Plötzlich erinnerte sie sich ganz deutlich, wie er als Hauptkommissar einen armen Anwärter zusammengeschrien hatte. Knallrot angelaufen war sein Gesicht, und seine Halsschlagadern waren bedenklich hervorgetreten. In jenem Moment hatte sie ihn ziemlich Furcht einflößend gefunden. Nein, man sollte es mit der nekrologischen Lobhudelei wirklich nicht übertreiben, sonst verkehrte sich das Ganze noch ins Gegenteil. Wie bei dieser (...)

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