Ute Haese

Humor & Satire

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Ende. Aus. Vorbei. - Victoria Boll 2

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In Döhlin an der Diller geht die Angst um: Als im Stadtpark ein Mitglied der Döhlin Devils ermordet wird, richtet sich der Tatverdacht der Öffentlichkeit und der Polizei sofort auf die örtliche Bikerszene. Droht in der beschaulichen Stadt etwa ein Rockerkrieg zwischen den „Teufeln“ und den rivalisierenden „Crazy Nuts“ mit weiteren Toten? Oder wurde das Opfer von der eigenen Gang für ein wie auch immer geartetes Vergehen bestraft? Handelt es sich überhaupt um ein Szene-Verbrechen? Kriminaloberkommissarin Victoria Boll und ihre Taskforce stoßen bei den Ermittlungen im Umfeld des Opfers auch auf Spuren, die in eine ganz andere Richtung weisen.

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Vita

Ute Haese

Ute Haese, geboren 1958, promovierte Politologin und Historikerin, war zunächst als Wissenschaftlerin tätig. Neben Fachveröffentlichungen verfasste sie zahlreiche journalistische Kommentare zu politischen und sozialen Themen sowie – teilweise gemeinsam mit ihrem Ehemann Torsten Prawitt – mehrere Sachbücher. Seit 1998 arbeitet sie hauptberuflich als freie Autorin und widmet sich inzwischen ausschließlich der Belletristik im Krimi- und Satirebereich sowie inzwischen zusätzlich der Fotografie. Wie die Protagonistin ihrer ersten Krimi-Reihe um die Fast-schon-Privatdetektivin Hanna Hemlokk schreibt sie außerdem als „Tränenfee“ unter mehreren Pseudonymen sogenannte abgeschlossene Liebesromane für diverse Frauenzeitschriften. In einer zweiten Krimiserie, die im Herbst 2013 bei bookshouse startete, bekämpfen Kriminaloberkommissarin Victoria Boll und ihr Team im fiktiven Döhlin an der Diller das Verbrechen. Ute Haese ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern – Vereinigung deutschsprachiger KrimiAutorinnen", und im SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.

Leseprobe

Prolog
Buchfink trifft Biker

Es war ein friedliches Bild, das sich dem neugierigen Buchfinken von dem tief hängenden Ast der Linde aus bot. Die wärmenden Strahlen der spätsommerlichen Morgensonne fielen auf einen Menschen, der einen wuchtigen Pappelstamm so innig zu umarmen schien wie einen lang verschollen geglaubten Bruder. Aufrecht stand er da, die linke Wange seitwärts an die zerklüftete, helle Rinde des Baumes geschmiegt, sodass sich das dunkle Tuch, mit dem seine Haare bedeckt waren, deutlich von ihr abhob. Die massigen Schultern steckten in einem kurzärmligen schwarzen T-Shirt, das dickliche, tätowierte Oberarme freigab, die nicht sonderlich muskulös wirkten. Auf dem rechten bahnte sich ein blauschwarz glänzender Käfer den Weg durch das Haargestrüpp unterhalb des Ellenbogens nach oben und verschwand geordneten Trippelschrittes im Ärmel des T-Shirts. Den Mann schien das nicht zu stören. Er umschlang nach wie vor in völliger Reglosigkeit den Baum, als ginge ihn das Ganze nichts an.
   Der Fink reckte sich, stellte die Kopffedern sekundenlang bürstenartig auf und hob mit hektischen Flügelschlägen von dem Lindenzweig ab, um wenig später auf dem schwarzen Tank eines Motorrads zu landen, das linkerseits dicht neben Baum und Mensch parkte. Es war eine schwere Maschine, an der alles blinkte und blitzte. Es konnte kein Zweifel daran bestehen, sie wurde von ihrem Besitzer bis zur letzten Schraube innigst geliebt.
   Von hier aus ließ sich sehr gut erkennen, dass auf dem Rücken des stummen Baumfreundes ein buntes Bild in leuchtenden Farben prangte. Das Orangerot hob sich besonders gut von dem tiefen Schwarz der übrigen Kleidung ab und leuchtete kraftvoll, fast irritierend lebendig in der Sonne. Das nicht minder intensive satte Gelb erinnerte an hungrige Flammen, die das gesamte Ensemble zu verschlingen drohten. Dagegen erschien das eisige Blau im unteren Teil des Bildes fast schon harmlos.
   In der Ferne bellte aufgeregt ein Hund; ein volltönender Klang, der zweifellos von einem großen Tier stammte, das seiner Freude über den bevorstehenden Spaziergang Ausdruck gab.
   Der Buchfink legte lauschend den Kopf schief. Das kleine, runde Loch im sonnengebräunten Nacken des Mannes, direkt unter dem Haaransatz, vermochte er ebenso wenig einzuordnen wie dessen leicht angewinkelte Knie, die ihm die Körperhaltung einer Marionette verliehen. Nur dass die Schnüre fehlten, die den schweren Leib hätten halten können. Trotzdem stand er aufrecht da und wankte nicht.
   Das aufgeregte Fiepen des Hundes kam näher, und das Finkenmännchen flog sicherheitshalber um die Pappel herum. Dort ließ es sich auf einer brüchigen, mit Efeuranken überwucherten Mauer nieder, deren Steine noch eine beträchtliche morgendliche Kühle verströmten. Doch auch dies nahm es nur am Rande zur Kenntnis, genau wie die gefesselten Hände des Menschen. Die einzelnen Finger berührten sich fast, weil die Handgelenke mit einem Kabelbinder eng zusammengeschnürt waren. Tief schnitt das stramm gezogene, schmale Plastikband in die Haut. Die Hände ruhten in Schulterhöhe des Mannes auf einem soliden Seitenast der Pappel und hielten auf diese Weise die massige Leiche in der Senkrechten. Denn der Mann war tot. Die seelenlosen Augen wurden von den halb geschlossenen Lidern lediglich schlecht verborgen, und eine metallisch glänzende Fliege sirrte verräterisch im offen stehenden Mund.
   Das Hundegebell ertönte erneut. Und dieses Mal klang es sehr laut und ganz nah. Mit einem alarmierten Tschilpen schoss der Fink davon, als auch schon ein emsig schnüffelnder Labrador auf dem bekiesten Parkweg auftauchte, am anderen Ende der Leine eine energische Mittsiebzigerin, die, noch ahnungslos, strammen Schrittes auf den Baum mitsamt seinem makabren Anhängsel zumarschierte.

1. Kapitel
Rockerkrieg in Döhlin?

»Ach du grüne ,Neune! Sicherheitstage? Hier in Döhlin? Was ist das denn wieder für ein ausgemachter Quatsch?« Kriminalhauptmeister Georg Stollmeier wedelte voller Verachtung mit dem zweiseitigen Rundschreiben, das vom titelgesättigten Briefkopf des Polizeichefs geziert wurde, bevor er es demonstrativ auf Victoria Bolls weitgehend leeren Schreibtisch knallte.
   Sie nahm es gelassen hin, auch wenn Schorschs Auftreten wie meistens nicht so ganz dem angemessenen Verhalten gegenüber (...)

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